Prävention, Gesundheitsförderung & Positive Psychologie

Der Arbeitsbereich befasst sich mit dem Potenzial Positiver Psychologie für die Theoriebildung und die erfolgreiche Gestaltung von verhaltens- und verhältnisbasierten Maßnahmen der Prävention und der Gesundheitsförderung, an den Schnittstellen zu relevanten Alltagskontexten (z. B. Arbeit, Familie, Schule, Klinik).

Zentrale Fragestellungen betreffen zudem die Implementation und Evaluation solcher Maßnahmen und die nachhaltige Umsetzung. Ein methodischer Schwerpunkt besteht dabei in der Nutzung alltagsnaher, ökologisch valider Daten (z. B. mittels Ecological Momentary Assessment) und der integrativen Perspektive kontextrelevanter Akteure.

Forschungsprojekte

REBOUND 2.0

REBOUND 2.0

Evaluationsstudie zur Prävention von schädlichem Substanzgebrauch im jungen Erwachsenenalter

Förderhinweis

Gefördert vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.

Das Programm ReStudy ist eine Weiterentwicklung des REBOUND-Programms speziell für Studierende – ein Seminar, das Wissen über den Umgang mit psychoaktiven Substanzen vermittelt und persönliche Schutzfaktoren wie Resilienz, Lebenskompetenzen und Selbstregulation stärkt. Ziel ist es, Studierende auf ihrem Weg zu einem gesünderen und erfolgreicheren Studium zu unterstützen.

Im Wintersemester 2025/26 wird das Präventionsprogramm ReStudy erstmals an deutschen Hochschulen eingesetzt. Im Rahmen des REBOUND 2.0-Projekts begleiten wir diese Durchführung wissenschaftlich.

Unsere Studie untersucht die Effekte von ReStudy auf diverse Aspekte bei den Teilnehmenden, wie Substanzkonsum, Stresserleben, psychische Belastung und psychosoziale Kompetenzen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch verschiedene Datenerhebungen, etwa die Kombination von qualitativen Interviews mit Teilnehmenden und Trainer*innen, Fokusgruppen und quantitativen, längsschnittlichen Befragungen im quasi-experimentellen Design.

Projektinformationen

Projektlaufzeit 07/2024 bis 07/2026
Personal Marlene Mühlmann

Leduin

Leduin – Life Skills für Jugendliche auf Instagram

Digitales Präventionsprogramm zur Förderung von Medien- & Lebenskompetenzen

 „leduin- Lebenskompetent durch Instagram“ ist ein digitales Präventionsprogramm, das Jugendliche bei den Herausforderungen des analogen und digitalen Lebens unterstützen soll, indem Medien- und Lebenskompetenzen gefördert werden. Hierfür nutzt das leduin-Programm soziale Medien – und zwar Instagram.

Das leduin-Programm wurde von Psycholog*innen nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf Basis systematischer Evidenzsynthese und Experti*innenworkshops sowie Co-Design-Methodik entwickelt. So haben Jugendliche, Lehrkräfte und Experten und Expertinnen für Prävention, Pädagogik, Sucht, Medien und Recht im Internet bei der Programmentwicklung mitgewirkt.

Das leduin-Programm umfasst 14 Module über 14 Wochen hinweg. Ein Einführungs- und ein Abschlussmodul umrahmen die Modulkomplexe Individualkompetenzen, Sozialkompetenzen und Gesundheitskompetenzen.

Die Wirksamkeit des Programms wird im Rahmen einer Mixed Methods-Studie untersucht, die quantitative Längsschnitterhebungen zu Prä- und Post-Test sowie 6-Monats-Follow-Up mit qualitativen Tiefeninterviews zur Exploration der erlebten Programmeffekte verknüpft.

Digitale Gewalt

Digitale Gewalt: Prädiktoren, Phänomenologie und Präventionsansätze

Förderhinweis: Gefördert durch den Landespräventionsrat Niedersachsen im Rahmen des Landesprogramms für Demokratie und Menschenrechte.

In den Forschungsprojekten DHH-I und DHH-II (Digitaler Hass und Hetze), die vom Landespräventionsrat Niedersachsen gefördert werden, wird untersucht, wie Menschen, die von digitaler Gewalt betroffen sind, diese Erfahrungen wahrnehmen, welche Bewältigungs­strategien sie einsetzen und welche weiterführenden Präventionsmaßnahmen auf Verhaltens- und Verhältnisebene sich auf Basis der aktuellen Fachliteratur empfehlen lassen.

Digitale Gewalt ist weit verbreitet und stellt eine der großen Herausforderungen unserer Zeit dar. Der Begriff bezeichnet eine Vielzahl unterschiedlicher, unter anderem abwertender, entwürdigender, auf Einschüchterung zielender oder verhetzender Online-Phänomene gegenüber Personen oder bestimmten Personengruppen. Gemeint sind damit sowohl entsprechende Inhalte als auch Handlungen (https://toneshift.org/).

Besonders häufig betroffen sind Frauen, Angehörige von Minderheiten und Personen des öffentlichen Lebens. Oft überschneiden sich diese Gruppen, was die Betroffenen noch verletzlicher macht. So kann etwa eine Frau, die zugleich rassistische Anfeindungen erlebt, besonders stark betroffen sein (sog. Intersektionalität). Diese Aspekte müssen bei der Prävention und Unterstützung besonders berücksichtigt werden. Betroffene berichten häufig von Angst, Bedrohungserleben und sozialem Rückzug (Silencing) und der Reduktion ihres digitalen Engagements, zudem verweist die Forschung auf mögliche gesundheitliche Folgen wie die Entstehung von Stress und psychischen Erkrankungen, die durch digitale Gewalt begünstigt werden.

Das Ziel der Forschungsprojekte ist es, die Perspektiven der Betroffenen besser zu verstehen, um herauszufinden, wie diese Menschen im Umgang mit Hass und Hetze im Netz besser geschützt und unterstützt werden können. Dies wird durch eine umfassende literatur- und konzeptbasierte Analyse eingerahmt, die den aktuellen Stand der Forschung zum Thema zusammenfasst und Hinweise auf erfolgsversprechende Präventionsansätze bietet.

Bedarfsanalyse zum Themenfeld (Sicht von Betroffenen): folgt

Gutachten zum Themenfeld (Zusammenfassung des Forschungsstands): epub.ub.uni-greifswald.de/frontdoor/index/index/year/2024/docId/10942

Interessensgruppe Positive Psychologie

Interessensgruppe Positive Psychologie

Positive Psychologie ist eine vergleichsweise junge Disziplin, die v. a. Anfang der 2000er an Popularität und Aufmerksamkeit gewonnen hat. Kernanliegen ist, komplementär zu einer Perspektive auf dysfunktionale Prozesse, etwa im Sinne der (Psycho-)Pathogenese, einen stärkeren Fokus auf funktionale Prozesse zu legen, die sich an positiven subjektiven Erfahrungen, positiv wirksamen Eigenschaften und Institutionen orientiert, die es ermöglichen, Wohlbefinden zu erhalten oder zu steigern und resilienter im Umgang mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu sein. Die Positive Psychologie hat seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag geleistet, um psychologische Prozesse besser zu verstehen, die das Erleben positiver Emotionen und Zustände wie Zufriedenheit und Wohlbefinden fördern und auf dieser Grundlage Interventionen entwickelt, implementiert und evaluiert.

Die Interessensgruppe hat daher zum Ziel, die positiv-psychologische Forschung in Deutschland zu bündeln und gemeinsam an Fragen zu positiver Entwicklung auf individueller, interpersoneller und organisationaler Ebene, zur Beschreibung von Unterschieden positiver Eigenschaften und Erlebnisse (i. S. v. State-Trait-Unterschieden) sowie zur differentiellen Wirksamkeit von positiv-psychologischen Interventionen zu arbeiten. Dabei sollen nationale und internationale Aktivitäten vernetzt und kritisch diskutiert werden, Herausforderungen, z. B. der Theoriebildung und Methodenentwicklung im positiv-psychologischen Spektrum bearbeitet und die Rolle von Kontexten und Settings (z. B. Schule, Arbeitswelt) aus positiv-psychologischer Perspektive genauer beleuchtet werden.


Aktuelle Publikationen

  • Ewert, C., Palme, L., Voigt, W. H. A., & Tomczyk, S. (2025). Supporting the transition to higher education: Examination of state- and trait-level effects of a multicomponent positive psychological intervention for university students. Frontiers in Psychology16https://doi.org/10.3389/fpsyg.2025.1631713
  • Bartha, S., Schmidt, S., & Tomczyk, S. (2025). Impact of the best possible self intervention on affective well-being in early adolescence: A randomized controlled online trial. Internet Interventions.https://doi.org/10.1016/j.invent.2025.100827
  • Tomczyk, S., & Ewert, C. (2025). Positive Changes in Daily Life? A Meta-Analysis of Positive Psychological Ecological Momentary Interventions. Applied Psychology: Health and Well-Beinghttp://dx.doi.org/10.1111/aphw.70006

Koordinationsteam

Die Interessensgruppe „Positive Psychologie“ wird durch ein Koordinationsteam aus der Fachgruppe Gesundheitspsychologie (Jun.-Prof. Dr. Samuel Tomczyk, E-Mail: ) wie der Fachgruppe Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik (Dr. Christina Ewert, E-Mail: ) gemeinsam geleitet und ist offen für Interessierte aus allen Fachbereichen.

Prof. Dr. phil. Samuel Tomczyk

Dr. Christina Ewert