Digitale Innovation, Technologieakzeptanz und digitale Teilhabe

Der Arbeitsbereich analysiert die Rahmenbedingungen und Auswirkungen digitaler Innovationen (z. B. künstliche Intelligenz, Smart Devices, Internet of Things) für die Gestaltung von Teilhabeprozessen, z. B. in gesundheitsrelevanten Kontexten (Prävention, Versorgung, Häuslichkeit) und in Arbeitsprozessen (z. B. Teamarbeit).

Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Technologieakzeptanz und ihrer Rolle für die langfristige und chancengerechte Nutzung von Technologien sowie der Bedeutung digitaler Innovation für Gesundheitsprozesse (z. B. Symptomwahrnehmung, Krankheitsverarbeitung, gesundheitliche Entscheidungsfindung) und Kommunikationsprozesse in modernen und hybriden Arbeitswelten (z. B. interpersonelle Kommunikation, technologisch mediierte soziale Verbundenheit).

Forschungsprojekte

DepriBuddy

DepriBuddy

Design-Thinking-basierte Modellierung medialisierter Nähe und App-Entwicklung für ein Selbsthilfenetzwerk

Förderhinweis

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert (Förderkennzeichen: 16SV9121).

Menschen mit Depressionen berichten häufig über Erfahrungen von sozialer Isolation oder sozialem Rückzug im Zuge der Erkrankung. Gleichzeitig stellt soziale Unterstützung eine hilfreiche Ressource in der Krankheitsbewältigung dar.

Im Projekt DepriBuddy soll daher in Zusammenarbeit mit Betroffenen eine Anwendung entwickelt werden, die niedrigschwellige Angebote zur Herstellung, zum Erhalt und zum Ausbau von Nähe und Verbundenheit durch geteilte Erlebnisse und Alltagsaktivitäten macht. Dabei kommen u. a. ASMR-Ästhetiken, 360°-Videotechnik, Gamifizierung und moderierte Co-Creation-Events zum Einsatz.

Die zentrale Forschungsfrage des Projekts ist, wie sich technisch unterstützte Nähe und Verbundenheit technologiegestützt durch die Bündelung verschiedener Strategien generieren, halten und verfestigen lassen, insbesondere in Zielgruppen, denen das aktive Suchen und Halten von Kontakten schwerfällt.

Das Projekt verzahnt technische Entwicklung, mediensoziologische Theoriebildung und empirisch-psychologische Wirkungsforschung in einem auf der Design-Thinking-Methode basierenden Prozess, in den die Zielgruppe durchgehend eingebunden wird. Das Projekt wird durch die Sozialforschungsstelle (sfs) der Technischen Universität Dortmund koordiniert. Das Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Samuel Tomczyk erarbeitet und prüft im Projekt ein Wirkmodell zu mediengestützter Verbundenheit aus psychologischer und psychophysiologischer Perspektive und verantwortet die Evaluation.

Projektinformationen

Projektlaufzeit 05/2023 - 04/2026
Weitere Informationen DepriBuddy

KoSpiRIT

KoSpiRIT

Kooperative Spiele und verbundenheitsförderliche Arbeitsgestaltung für resiliente und innovative Teams; Teilprojekt: Multiperspektivische Analyse von Verbundenheit

Förderhinweis

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert (Förderkennzeichen: 02L24C090).

Für die Resilienz und Innovationskraft von Beschäftigten, Teams und Organisationen stellen gelingender interpersonaler Austausch und gute interne Sozialbeziehungen zentrale Faktoren dar, die durch soziale Verbundenheit als soziales Phänomen und psychologisch messbare Größe gesichert werden. Soziale Verbundenheit ist somit ein potenter Ansatzpunkt resilienzbezogener Maßnahmen, als solcher für eine zielführende und nachhaltige praktische Umsetzung aber noch unzureichend beforscht, obwohl sozial erosive Prozesse der Hybridisierung und Flexibilisierung von Arbeit dringenden Handlungsbedarf erzeugen.

Verbundenheitsförderliche Arbeitsgestaltungs- und Teambuilding-Maßnahmen müssen für nachhaltigen Erfolg und Akzeptanz durch Beschäftigte auf einer Analyse der gegebenen Beziehungsqualitäten basieren und passgenau eingesetzt werden. Hierzu sind bislang jedoch keine validierten Instrumente vorhanden.

Das Projekt KoSpiRIT verfolgt die doppelte Zielsetzung, Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten sozialer Verbundenheit in flexibilisierten, hybriden Arbeitszusammenhängen als Grundlage von individueller, teambezogener und organisationaler Resilienz sowohl wissenschaftlich greifbar als auch in Form eines KoSpiRIT-Tools für Betriebe praktisch nutzbar zu machen.

Die Universitätsmedizin Rostock übernimmt die Verbundkoordination und ist als wissenschaftlicher Partner verantwortlich für die Auf- und Ausarbeitung arbeitsbezogener sozialer Verbundenheit aus psychologischer Perspektive. Dies umfasst die Leitung der multimethodalen und multiperspektivischen Mixed Methods-Evaluation der Auswirkungen der identifizierten Maßnahmen auf individuelle, teambezogene und organisationale Resilienz. Gemeinsam mit den Wissenschafts- und Anwendungspartnern soll das Mapping von Teamstrukturen, Maßnahmen, Anforderungen und Zielgrößen erfolgen, das als Grundlage für das verbundenheits- und resilienzförderliche Handeln gilt und eine an den Zielen ausgerichtete Evaluation in der Praxis ermöglicht.

Projektinformationen

Projektlaufzeit 01/2026 bis 12/2028
Personal Sandra Waldenburger

EDITCare

EDITCare

Entlastung der Pflege durch digital gestützte Kommunikation

Förderhinweis

Das Projekt wird durch den Innovationsausschuss beim G-BA gefördert. (Förderkennzeichen: 01NVF23106)

Das Forschungsprojekt EDITCare zielt darauf ab, die Pflegefachkräfte in der stationären Versorgung durch Einführung einer mobilen Anwendung zur Kommunikation mit Patient*innen in der Modellregion Mecklenburg-Vorpommern zu entlasten.

Zur Kommunikation soll Helpchat, ein appbasiertes Interface für Patient*innen und Pflegefachkräfte, genutzt werden, welches ergänzend zur analogen Patientenklingel in die Routineversorgung integriert wird. Die „digitale Patientenklingel“ erlaubt u. a. eine digital gestützte Explikation der ansonsten mittels Rufsystem undifferenziert angezeigten Bedarfe von Patient*innen. Auf diese Weise können Pflegehandlungen bedarfsorientiert geplant, priorisiert und umgesetzt werden. Die Anwendung kann dabei sowohl für die Pflegefachkräfte als auch die Patient*innen flexibel angepasst und erweitert werden, um Nutzerfreundlichkeit und wahrgenommene Nützlichkeit zu berücksichtigen. Damit würden auch Patient*innen von Helpchat profitieren.

Ziel des Forschungsvorhabens ist den Einsatz des Kommunikationssystems für Pflegefachkräfte und Patient*innen in der stationären Pflege zu evaluieren und zu prüfen, inwiefern durch das System z. B. Zeit- und Wegeaufwand für Pflegefachkräfte reduziert und positive Effekte auf Stressbelastung, Pflegequalität und Zufriedenheit erreicht werden können.

Das Projekt wird zusammen mit den Konsortialpartnern Universitätsmedizin Greifswald, Universitätsmedizin Rostock, inav – privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH, Medventi GmbH und Techniker Krankenkasse durchgeführt.

Projektinformationen

Projektlaufzeit 12/2024 bis 11/2027
Weitere Informationen EditCare
Personal Wiebke Menyes, Nikolai Zinke, Hanna Eggebrecht
Förderhinweis Das Projekt wird durch den Innovationsausschuss beim G-BA gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF23106)