Bevölkerungsschutz und Krisenkommunikation
Der Forschungsbereich beschäftigt sich aus interdisziplinärer Perspektive mit Fragestellungen der Gestaltung effektiver und effizienter Maßnahmen der Krisenkommunikation und der Entwicklung, Implementation und Evaluation innovativer Ansätze im Bevölkerungsschutz. Dazu zählt etwa die Integration digitaler Innovationen und die Optimierung interprofessioneller Kommunikation (z. B. die Nutzung sozialer Medien in Krisen und Katastrophensituationen), die chancengerechte und zielgruppenspezifische Prozessgestaltung (z. B. in der Psychosozialen Notfallversorgung) und die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung im Umgang mit Krisen und Katastrophen durch verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen.
Forschungsprojekte
PROWARN
PROWARN
Prozessanalyse und -begleitung der Warnung der Bevölkerung in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)
Förderhinweis
Das Projekt PROWARN (PROzessanalyse und -begleitung der WARNung der Bevölkerung in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) hat zum Ziel, Warnprozesse samt zugehöriger Herausforderungen und Ressourcen (z. B. zur Kommunikation im Warnfall, Integration innovativer Technologien) innerhalb von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie die Abstimmung zwischen warnenden BOS für ausgewählte Gefahrenlagen zu analysieren, Kompetenzen zu skizzieren und messbar zu machen.
Aus den Ergebnissen werden Schulungsmaterialen entwickelt, um die Umsetzung in warnenden BOS nachhaltig zu stärken. Dies schließt die Analyse vergangener Gefahrenlagen wie die Flut im Ahrtal 2021, die Kommunikation zu COVID-19 sowie die Vorbereitung auf zukünftige Lagen und dabei die fortschreitende Integration technologischer Innovation in den Warnprozess ein, z. B. soziale Medien, virtuelle Realität, künstliche Intelligenz.

Projektinformationen
| Projektlaufzeit | 01/2025 – 12/2027 |
| Personal | Laura Schulz |
#SOSMAP
#SOSMAP
Systematische Analyse der Kommunikation in sozialen Medien zur Anfertigung Psychosozialer Lagebilder in Krisen und Katastrophen (#sosmap)
Förderhinweis
Das Projekt wird gefördert und begleitet durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Rahmen der Bekanntmachung "Auswertung sozialer Medien im Hinblick auf psychosoziale Bedarfe der Bevölkerung in Krisen und Katastrophen" (Nummer 0013).
In Zeiten zunehmender Krisen und Katastrophen wächst auch die Nutzung sozialer Medien, um eigene Eindrücke, Hoffnungen, Wünsche und Ängste zu teilen, mit anderen in den Austausch zu treten, Hilfe anzubieten oder in Anspruch zu nehmen. Für das Krisenmanagement und die Erstellung von Lagebildern zu Bedarfen und Ressourcen auf Seiten der Bevölkerung in Krisenzeiten bietet dies enormes Potenzial, aber auch vielfältige Herausforderungen.
Im Projekt #sosmap wird untersucht, wie solche psychosozialen Bedarfe und Ressourcen in Krisensituationen sich in sozialen Medien darstellen und wie sie für das Krisenmanagement sinnvoll ausgewertet und genutzt werden können, sodass betroffene Personen schnell angemessene Unterstützung erhalten und motivierte Personen entsprechend ihre Unterstützung anbieten können. Das Projekt wird durch den Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit der Bergischen Universität Wuppertal geleitet.
Schwerpunkt am Lehrstuhl Gesundheit und Prävention der Universität Greifswald ist die Entwicklung und Erprobung eines Kategorisierungsrasters für psychosoziale Bedarfe und Ressourcen in sozialen Medien auf Basis der systematischen Analyse der Fachliteratur sowie qualitativer Interviews und Delphi-Befragungen von Expert*innen aus den Bereichen Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (bspw. Psychosozialer Notfallversorgung) sowie der psychologischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Beratung und Versorgung. Die Erkenntnisse der qualitativen Arbeit werden im Projekt mit quantitativen Analysen der Bergischen Universität Wuppertal trianguliert und schließlich in Rahmenempfehlungen für Akteure überführt und mit diesen diskutiert werden.

Projektinformationen
| Projektlaufzeit | 08/2022 bis 12/2025 |