Partizipative Gesundheitsforschung über die Lebensspanne
Der Arbeitsbereich untersucht die systemischen, organisationalen, interpersonellen und individuellen Barrieren und Gelingensbedingungen von Partizipation in der Gesundheitsforschung. Dabei werden die Besonderheiten unterschiedlicher Zielgruppen (z. B. Kinder und Jugendliche) berücksichtigt und in der Umsetzung partizipativer Forschungsprozesse beachtet.
Die Forschung hat das Ziel, methodische Entwicklungen zur Gestaltung, Erfassung und Qualitätssicherung von partizipativen Prozessen voranzubringen und analysiert die Auswirkungen und Effekte im Kontext von gesundheitsbezogener Forschung in Grundlagen und Praxis. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Stärkung und kritischen Reflexion partizipativer Forschung geleistet werden.
Forschungsprojekte
PEDNET-LC
PEDNET-LC
Pädiatrisches Netzwerk für Versorgung und Klinische Forschung zu Postakuten Folgen von COVID-19, ähnlichen postakuten Infektions- und Impfsyndromen und ME/CFS
PEDNET-LC ist ein neu etabliertes, interdisziplinär ausgerichtetes pädiatrisches Netzwerk, das sich der Forschung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID-ähnlichen Erkrankungen widmet. Dazu gehören postinfektiöse Erkrankungen verursacht durch SARS-CoV-2, Influenzavirus, Epstein-Barr-Virus (EBV) sowie andere Erreger. Auch Betroffene mit Beschwerden nach Impfungen, sowie Kinder und Jugendliche mit ME/CFS unabhängig vom Auslöser sollen zukünftig über diese Strukturen betreut werden.
PEDNET-LC ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus 65 Kliniken und Forschungsinstituten, der sich auf die Verbesserung der Diagnostik und Behandlungsansätze für Kinder und Jugendliche mit Long COVID-ähnlichen Erkrankungen konzentriert, um eine umfassende und effektive Hilfe für Betroffene zu gewährleisten.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen 20 spezialisierte, interdisziplinäre Versorgungszentren, welche eine flächendeckende regionale Betreuung zum Ziel haben. Die aus der Routine entstehenden Daten werden gesammelt, ausgewertet und dazu verwendet, die medizinische Versorgung ständig zu verbessern. Die gewonnenen Erkenntnisse werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Das Projekt gliedert sich in zehn Arbeitspakete, die deutschlandweit umgesetzt werden. Am IMPMS der Universitätsmedizin Rostock liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Erforschung von Strukturen und Forschungsansätzen für die Beteiligung von erkrankten Personen (Patient, Parent, and Public Involvement; PPPI) und der aus Ihrer Sicht relevanten Themenfelder.
Projektinformationen
| Projektlaufzeit | 12/2024 – 12/2028 |
| Weitere Informationen | PEDNET-LC |

ILSE
Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE)
Forschungshintergrund
Infolge des demografischen und sozialen Wandels und seiner Auswirkungen auf die zukünftige Lebensgestaltung ist die Analyse und Prognose des Alternsprozesses und seiner gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine der zentralen Forschungsaufgaben der Gegenwart.
Zielsetzung
Ziel der seit 1993 laufenden Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) ist es, Bedingungen eines gesunden, selbstbestimmten und von Lebenszufriedenheit geprägten Alterns zu erforschen, wobei personale, soziale und politische Einflüsse berücksichtigt werden. Den theoretischen Rahmen bilden das Modell der kognitiven Repräsentanz und das der entwicklungsbezogenen Adaptation, denen ein biographischer Ansatz zugrunde liegt. Die Studie leistet einen Beitrag zur interdisziplinären Grundlagenforschung und hat weitreichende Bedeutung für die Verbesserung der Lebensqualität im Alter.
Studiendesign
Bei der ILSE handelt sich um eine bevölkerungsbasierte prospektive Studie mit städtischer Stichprobe. Zwei Kohorten werden vergleichend untersucht, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg Geborene (geboren 1930 – 1932 und geboren 1950 – 1952). Die Untersuchungsteilnehmer stammen aus West- (Region Heidelberg) und Ostdeutschland (Regionen Leipzig und Rostock). Die Ausgangsstichprobe umfasste 1390 Teilnehmer, die nach den Stratifizierungskriterien Geschlecht und Kohorte repräsentativ ausgewählt worden sind. Drei Messzeitpunkte fanden bisher statt: 1993-1995, 1997-2000 und 2004-2007. Zum zweiten Messzeitpunkt wurden 991 Probanden untersucht, am dritten Messzeitpunkt beteiligten sich 756 Personen aus Heidelberg, Leipzig und Rostock.
Forschungsförderung
Das ILSE-Projekt wurde von 1992-2000 mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ; AZ 314-1722-102/16) und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert. Die Heidelberger Forschungsgruppe erhielt von 2005-2008 eine Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ); AZ 301-1720-295/2, und konnte mit diesen Mitteln einen dritten Messzeitpunkt realisieren.
In den Jahren 2004-2006 wurde das Rostocker Teil-Projekt im Rahmen des FORUN-Programm (Projektnummern 989020, 889048) gefördert.